Frösche retten
Zu den vom Klimawandel und menschlichen Eingriffen in die Natur am stärksten betroffenen Tiergruppen zählen, neben den Korallen, auch die Amphibien. Aufgrund ihrer dünnen Haut sind sie besonders anfällig für Umweltgifte, klimatische Veränderungen und plötzliche Trockenperioden. Hinzu kommt ein Pilz, der vor allem in kühleren Höhenlagen verbreitet ist und Frösche tötet. Auch dieser wurde durch menschliches Zutun weiterverbreitet und ist inzwischen nahezu weltweit anzutreffen. Aber es gibt Möglichkeiten Frösche zu retten.

In Panama, mit seiner großen Artenvielfalt an Amphibien, gibt es eine Froschrettungs- und Aufzuchtstation: das Panama Amphibian Rescue and Conservation Project. In sechs ausgebauten Containern leben dort Hunderte von Fröschen – in kleinen Terrarien, noch kleineren Plastikbehältern und winzigen Dosen. Sie werden unter kontrollierten Bedingungen gehalten, von der Außenwelt abgeschottet, mit gereinigtem Wasser versorgt und mit gezüchteten Futterinsekten ernährt. Zumindest sind sie hier vor Pilzinfektionen geschützt und können sich wieder vermehren.

Derzeit werden neun Arten gezüchtet, insbesondere aus der Gattung Atelopus (Harlekinfrösche), die besonders empfindlich gegenüber dem Chytridpilz sind. Eine gelb-schwarz gezeichnete Art (Atelopus zeteki) ist auch als Goldener Frosch bekannt und gilt als nationales Symbol Panamas. In freier Natur ist sie seit 2009 ausgestorben und existiert nur noch in zwei Zuchtstationen sowie in wenigen Zoos – basierend auf einigen wenigen Exemplaren, die gesammelt wurden, bevor die Art an ihrem letzten Fundort verschwand. Im Projekt in Gamboa leben inzwischen über hundert dieser Frösche, und erste Versuche zur Wiederansiedlung in der Natur wurden kürzlich gestartet.

Bei anderen Arten, die hier gezüchtet werden, sind die Bestände durch Chytridinfektionen stark zurückgegangen oder ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist sehr klein. Es wäre doch fatal, wenn eine Art etwa durch ein Neubaugebiet oder eine Umgehungsstraße endgültig verschwinden würde. Auch wenn wir von Naturguides desöfteren gehört haben, dass lokale Froschbestände zurückgegangen sind, muss sich das Rescue Center wegen Platzmangel leider auf wenige Arten fokussieren.


Allerdings lassen sich nicht alle Froscharten leicht in Gefangenschaft vermehren, und von manchen konnten nicht genügend Exemplare für ein Zuchtprogramm gefunden werden. Deshalb gibt es auch Arten, von denen zwar noch einzelne Tiere existieren, die jedoch nicht weiter vermehrt werden können.

Als Froschfan habe ich eher kurzfristig von dem Projekt erfahren und mich für zwei Wochen als Volontär angemeldet. Anfassen darf man die Frösche dabei nicht, doch es gibt genug zu tun und das an jedem Tag der Woche: Insekten verfüttern, Terrarien und Frösche wässern, Kaulquappen füttern, Wasser testen, Futtertiere vorbereiten oder Terrarien einrichten. Terrarien schrubben musste ich allerdings nicht, dafür sind Spezialisten angestellt. So konnte ich das Team vor allem an den Tagen unterstützen, an denen einige Mitarbeitende unterwegs waren, um den Bestand von Froscharten in der Natur zu erfassen oder geeignete Orte für eine Auswilderung zu suchen.


Auch wenn mein Beitrag nur klein war, fühlt es sich gut an, nicht nur über das Artensterben zu klagen, sondern selbst ein wenig mitzuhelfen Frösche zu retten und zu sehen, wie Artenschutz in der Praxis funktioniert. Natürlich kann man auch spenden, aber selbst mitzuarbeiten ist eine ganz besondere Erfahrung. Hier gibt es auch ein Video über das Projekt.

Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.
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