Manchmal sieht oder bemerkt man Kleinigkeiten, die einfach interessant, bemerkenswert oder lustig sind – und deshalb wert sind aufgeschrieben zu werden. Hier ist eine kleine Sammlung, 1. Teil:
Beim Frisör in Lateinamerika gibt es, wie überall, die großen Spiegel. Doch beim Schneiden wird der Kunde davon wegdreht, womit er die Frisur-fortschritte nicht weiter beobachten kann. Die Schnittkontrolle erfolgt dann mit Hilfe eines kleinen Handspiegels, den der Frisör hält. Warum hängen dann die großen Spiegel an der Wand?
Mayastufen, heißen bei uns Treppenstufen die sehr unregelmäßig oder sehr hoch sind. Das trifft nicht nur auf antike Gebäude zu.
Mayastufen – hier am Tempel
Buenas Dias, Buenas Tardes, Buenas Noches. Jede Tageszeit hat seine eigene Begrüßung und die wird Minutengenau eingehalten – nur variiert diese leicht von Gegend zu Gegend. Kein Problem, denn jeder Einheimische wird dich sofort mit der richtigen Begrüßungsformel korrigieren. Der Profi benutzt einfach ein lässiges „buenas“ – was immer funktioniert.
Glücklicherweise nur einmal heftig Durchfall gehabt. Montezumas Rache ist stark, doch Immodium ist stärker.
Berlin bleibt doch Berlin. Berlin in El Salvador ist kühl, windig und ein bisschen müllig. Und es gibt überall Kaffee. Und man muss aufpassen nicht in Hundek***e zu treten.
Kurz vor Berlin 🙂
Berlin ist doch anders. Tina bestellt ein Burrito. Der Kellner fragt mit welchem Fleisch. Tina hätte den Burrito gern vegetarisch. Nach einer Schrecksekunde stammelt der Kellner mit erschrockenem Gesicht: „Sie wollen einen Burrito wirklich ganz ohne Fleisch?“ Gesichtsausdruck und Tonfall waren unbeschreiblich.
Unsere Lieblingsortschaftsnamen in Mexico:
Hopelchen
Dolores Hidalgo
Topolobampo
Bahia de Kino
Kodz Poop
Das Nationalgericht von El Salvador: Pupusas. Schmeckt besser als es sich anhört. Gebratene Mais- oder Reisteigfladen, gefüllt mit viel Käse und einer weiteren Zutat, z.B.: Bohnenpaste, Knoblauch, Jalapeños, Rührei, Spinat oder Chicharron (ausgebackene Schweineschwarte). Dazu gibt es Tomatensoße und Krautsalat.
Pupusas – mit Krautsalat
Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.
Die Reise durch Zentralamerika erinnert uns an eine Geschichte von unserer letzten Reise nach Panama, die uns immer noch gut im Gedächtnis ist.
Eigentlich hatte uns eher der Zufall nach Changuinola in Panama geführt. Nach dem Inselleben in Bocas Del Toro wollten wir ein paar Tage den Dschungel erkunden und der Reiseführer erwähnte einige Indigenenstämme in der Nähe, bei denen man Touren buchen kann.
Changuinola ist eine „Chiquita-Stadt“: Lastwagen, Container, Busse, Läden, sogar Kneipen tragen das Chiquita Logo. Die Stadt ist von Bananenfeldern umgeben. Sie ist auch die Provinzhauptstadt und Sitz der Umweltbehörde.
Dort sollten wir uns, laut Reiseführer, nach Kontakten in Indigenendörfern erkundigen. Wir trugen unser Anliegen vor wurden zunächst gebeten zu warten. Das zog sich eine ganze Weile hin, und langsam begann das Büro zu schließen. Schließlich kam dann doch noch ein freundlicher Herr und in einem Mix aus Englisch und Spanisch konnten wir uns auch gut verständigen. Ohne lange Erklärungen von uns abzuwarten hat er uns in seinen Dienstjeep verfrachtet (große Aufschrift: Nur für den Dienstgebrauch).
Zunächst gab es eine Tour durch den Ort Changuinola. Abstecher auf die Bananenfelder zeigen endlose Reihen an Bananenpflanzen, mit Plastiktüten über den Stauden und öligen Wasser im brackigen Land ringsum. Da alle Bananen Klone der Mutterpflanze sind, sind diese anfällig für alle Arten von Krankheiten, Pilzen und Schädlingen. Dagegen wird heftig gespritzt, vom Boden und aus der Luft.
Der Flughafen von Changuinola hat nur einen regulären Passagierflug pro Tag, doch die Startbahn ist trotzdem stark frequentiert: Ein Sprühflugzeug ist fast pausenlos im Einsatz. Am Sonntag sind es sogar zwei, da dann weniger Arbeiter auf den Feldern sind. Die Plastiktüten werden auch in Herbizid getaucht bevor, sie auf die Stauden aufgezogen werden – hauptsächlich von Kindern, da dies keine so anstrengende Arbeit ist. Das ablaufende Wasser fließt anschließend durch ein Schutzgebiet für Seekühe, die in Panama inzwischen selten geworden sind, und schließlich ins Meer.
Auf dem Weg aus dem Ort und in die Umgebung hielten wir auch noch bei einer kleinen Bananenfarm. Sie produziert Fair-Trade Biobananen und würde auch gerne nach Europa exportieren. Unser Guide und Fahrer fragt uns, warum wir in Deutschland die gespritzten Massenbananen essen und nicht die gesünderen und nachhaltigeren Biobananen? Wir hatten darauf keine gute Antwort. Er sagte nur: „Eine nachhaltiger Bananenanbau kann nur durch eine Änderung der Nachfrage kommen“.
Am Ende fanden wir doch noch einen netten Fremdenführer, bei dem wir eine Tour mit Übernachtung buchten. Wir wurden auch in ein Indigenendorf gefahren, in denen unser „Fahrer“ auch noch ein paar Übernachtungen organsierte. Schließlich stellte sich heraus, war er der Chef der Umweltbehörde in der Provinz und bestens vernetzt.
Wir hatten eine tolle Zeit auf der Dschungeltour, konnten den Königsthron der Teribe besichtigen (der König war gerade nicht da), handgemachte Schokolade probieren und auf einem Floss aus Balsastämmen den Fluss hinunterfahren.
Und wir essen seitdem nur noch Biobananen.
Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.
Essen ist auf Reisen nicht nur eine Notwendigkeit, es ist (oft) auch Vergnügen und eine Art das Land kennenzulernen. Hier ist der zweite Teil des humorvollen Essens-ABC aus Mexico. (Teil eins findet sich hier)
N – Nachos: Gibt es in Mexiko nicht, hier heißen sie Totopos. Sie sind auch eine relativ neue Erfindung, aber jetzt als Vorspeise nicht mehr wegzudenken. Totopos sind auch überraschend ökonomisch, da man sie aus alten Tortillas herstellt, die in heißem Fett aufgebacken werden. Und wenn die Totopos am nächsten Morgen zäh geworden sind, kann man sie nochmals aufbacken und als Chilaquiles zum Frühstück servieren: mit viel Soße und Mayonnaise übergossen. Ein überaus beliebtes Frühstück in Mexiko.
Essen ist auf Reisen nicht nur eine Notwendigkeit, es ist (oft) auch Vergnügen und eine Art das Land kennenzulernen. Hier ist der erste Teil des humorvollen Essens-ABC aus Mexico. (Teil zwei findet sich hier)
A – Avocado: Alle Welt liebt Sie, hier wachsen sie. Sie werden auch das grüne Gold genannt. Konsequenterweise hat das auch die mexikanische Mafia entdeckt. Avocadohandel ist bereits einer der erfolgreichsten Geschäftszweige. In Mexico kann man direkt vom Erzeuger kaufen, allerdings sind Avocados nicht billiger als in Deutschland.
B – Botaneros: Das sind alle Arten von Häppchen und kleinen Speisen. Botaneros werden oft auch in Kneipen angeboten, denn auf nüchternen Magen ist nicht gut trinken. Manchmal bekommt man Botaneros umsonst zum Getränk dazu, oder als Vorspeise im Restaurant. Die Regel ist, umso günstiger das Etablissement, desto eher bekommt man die Gratishäppchen.
C – Chili: Mexiko ist das Land der Chilis. Da allerdings von milden Paprikas bis zu den kleinen, roten Höllenpeperoni alles Chili genannt wird, weiß man manchmal nicht so genau was man bekommt. Das gilt besonders für das selber kochen oder die kleinen Schälchen, die zum Essen gereicht werden. Wer scharfe Speisen nicht verträgt, sollte einen Bogen um Mexico machen.
Getrocknete Chillis – die große Auswahl
D – Divorciado: Heist auf Spanisch eigentlich „geschieden“, es bedeutet ein einzelnes Gericht aber mit zwei verschieden Soßen. Gut für alle die sich bei den Chilaquiles nicht für rot oder grün entscheiden können.
E – Erdnussriegel: Ein echt mexikanischer Hit: Erdnüsse mit Molasse zusammengebacken und als supergünstiger Riegel verkauft. Auch ein prima Geschäft für Zahnärzte, wenn der Riegel härter als die Plombe ist.
F – Fleisch: In Mexiko ist Fleisch noch ein Stück Lebenskraft und gehört zu jedem Essen dazu. Gegrillt, gebacken, frittiert – alles ist möglich. Besonders die günstigen Restaurants wetteifern mit den größten Fleischportionen.
Mexikanische Grillpfanne
G – Gepäckständer: eine tolle mexikanische Erfindung. Hat man Taschen, Gepäck, Hüte oder ähnliches im Restaurant dabei, bringt der Kellner ein Gestell mit Haken, an dem man alles bequem aufhängen kann. Viel besser als Tüten und Taschen auf den Boden zu stellen oder über die Stuhllehne zu hängen.
H – Huitlacoche: Ein parasitischer Pilz, der auf Maiskolben wächst. In anderen Ländern wäre so was ein Drama. Hier wird er gegessen. Schmeckt leicht nussig, war aber nicht unbedingt unser Favorit.
Huitlacoche – auf Mais und im Taco
I – Insekten: gehören in Mexico zum Essen dazu. Die Auswahl ist nicht nur auf Heuschrecken, Agavenmaden oder Ameisen beschränkt. Ist alles etwas gewöhnungsbedürftig – vielleicht nach unserer nächsten Reinkarnation.
Mezcal mit Heuschreckenbeilage
J – Jamaica: Das beschreibt in Mexico keine Insel, sondern ein Saft gebraut aus Hibiskusblüten. Das hervorstechende Merkmal ist die knallrote Farbe, aber er schmeckt auch recht gut. Die anderen hausgemachten Säfte sind Tamarindo, aus Tamarindenfrüchten extrahiert, und Horchata, aus Reismehl. Alle lecker, wenn sie nicht zu süß zubereitet werden.
K – Krabben: Wo kommen all die Krabben her, die in Mexiko gegessen werden. Selbst wenn es im Restaurant keinen Fisch gibt, sind oft Gerichte mit Shrimps erhältlich. Mexico hat zwar viel Küste, aber so viel dann auch nicht. Für Mutige gibt es Shrimps auch als Ceviche, d.h. roh in Limettensaft, Zwiebeln und Gewürzen eingelegt.
L – Limetten: Keine Zitronen in Mexico, es gibt hier nur Limetten. Die sind allerdings auch lecker und passen gut zu Fisch, Hühnchen, Cocktails und Bier. Manchmal bekommt man ein Schälchen automatisch auf den Tisch.
M – Michelada: Sehr beliebtes Getränk in Mexiko. Ein Gemisch aus Bier, Limette, Salz, Tomatensaft, Chilisauce und bei Bedarf mit zusätzlichem Fruchtsirup. Das schmeckt genauso wie es sich anhört. Für Fortgeschrittene gibt es noch die Version mit Clamatojuice – dieser beinhaltet dann noch Muschelsaft (ja – richtig gelesen!)
Michelada – prost!
Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.