Die Reise durch Zentralamerika erinnert uns an eine Geschichte von unserer letzten Reise nach Panama, die uns immer noch gut im Gedächtnis ist.
Eigentlich hatte uns eher der Zufall nach Changuinola in Panama geführt. Nach dem Inselleben in Bocas Del Toro wollten wir ein paar Tage den Dschungel erkunden und der Reiseführer erwähnte einige Indigenenstämme in der Nähe, bei denen man Touren buchen kann.
Changuinola ist eine „Chiquita-Stadt“: Lastwagen, Container, Busse, Läden, sogar Kneipen tragen das Chiquita Logo. Die Stadt ist von Bananenfeldern umgeben. Sie ist auch die Provinzhauptstadt und Sitz der Umweltbehörde.
Dort sollten wir uns, laut Reiseführer, nach Kontakten in Indigenendörfern erkundigen. Wir trugen unser Anliegen vor wurden zunächst gebeten zu warten. Das zog sich eine ganze Weile hin, und langsam begann das Büro zu schließen. Schließlich kam dann doch noch ein freundlicher Herr und in einem Mix aus Englisch und Spanisch konnten wir uns auch gut verständigen. Ohne lange Erklärungen von uns abzuwarten hat er uns in seinen Dienstjeep verfrachtet (große Aufschrift: Nur für den Dienstgebrauch).
Essen ist auf Reisen nicht nur eine Notwendigkeit, es ist (oft) auch Vergnügen und eine Art das Land kennenzulernen. Hier ist der zweite Teil des humorvollen Essens-ABC aus Mexico. (Teil eins findet sich hier)
N – Nachos: Gibt es in Mexiko nicht, hier heißen sie Totopos. Sie sind auch eine relativ neue Erfindung, aber jetzt als Vorspeise nicht mehr wegzudenken. Totopos sind auch überraschend ökonomisch, da man sie aus alten Tortillas herstellt, die in heißem Fett aufgebacken werden. Und wenn die Totopos am nächsten Morgen zäh geworden sind, kann man sie nochmals aufbacken und als Chilaquiles zum Frühstück servieren: mit viel Soße und Mayonnaise übergossen. Ein überaus beliebtes Frühstück in Mexiko.
Essen ist auf Reisen nicht nur eine Notwendigkeit, es ist (oft) auch Vergnügen und eine Art das Land kennenzulernen. Hier ist der erste Teil des humorvollen Essens-ABC aus Mexico. (Teil zwei findet sich hier)
A – Avocado: Alle Welt liebt Sie, hier wachsen sie. Sie werden auch das grüne Gold genannt. Konsequenterweise hat das auch die mexikanische Mafia entdeckt. Avocadohandel ist bereits einer der erfolgreichsten Geschäftszweige. In Mexico kann man direkt vom Erzeuger kaufen, allerdings sind Avocados nicht billiger als in Deutschland.
B – Botaneros: Das sind alle Arten von Häppchen und kleinen Speisen. Botaneros werden oft auch in Kneipen angeboten, denn auf nüchternen Magen ist nicht gut trinken. Manchmal bekommt man Botaneros umsonst zum Getränk dazu, oder als Vorspeise im Restaurant. Die Regel ist, umso günstiger das Etablissement, desto eher bekommt man die Gratishäppchen.
Die Liebe zur Musik ist eine schöne Sache. Kann man Musik auch zu sehr lieben? Mexiko hat gezeigt, dass selbst das möglich ist.
Zum Beispiel in Veracruz, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und die erste von den Spaniern gegründete Stadt. Wir sitzen gemütlich am frühen Abend im Gran Café del Portal und lauschen der Marimbagruppe, die jeden Abend dort spielt. Gesellt sich ein Gitarrenspieler zu uns, der uns zusätzlich eine Kostprobe seines Könnens präsentiert, in der Hoffnung vielleicht von uns engagiert zu werden. Kurz darauf erscheint ein zweiter Gitarrenspieler, der uns ebenfalls etwas vorspielt, leider noch ein anderes Lied. Scheint aber sonst keinen hier zu stören.
Wir gehen ein paar Schritte weiter zum Hauptplatz. Vor dem Rathaus findet ein kulturelles Event statt und wir setzen uns auf eine der Bänke. Eine kleine Kapelle spielt und ein Tanzpaar zeigt traditionelle Tänze dazu. Kurz darauf startet allerdings die Salsaband an der rechten Seite des Platzes – stimmungsvoll und recht laut. So laut, dass die Tänzer ihre eigene Kapelle nicht mehr hören können und schließlich ratlos aufgeben. Die Salsaband ist gut, allerdings ist das Lokal, vor dem sie spielen, fast leer, denn dort ist die Lautstärke viel zu hoch. Wir setzen uns zwei Gartenlokale weiter und haben immer noch einen prima Sound. Die vereinzelten Straßenmusiker, die trotzdem versuchen den Gästen ein privates Ständchen anzubieten, haben kaum eine Chance. Macht die Salsaband dann aber Pause, wird diese umso vehementer genutzt. Mariachibands, Solomusiker, Sänger und Kleinkünstler schwärmen aus und fallen über die Bar- und Restaurantgäste her, wie ein Schwarm hungriger Mücken auf nichteingesprühte Fußknöchel. Zumindest bis die Salsaband wieder loslegt …
Wir hatten ein gutes Hotel in Veracruz, das traditionsreichste Gran Hotel Diligencias, direkt am Hauptplatz gelegen. Im Zimmer hatte man immer noch das Gefühl, die Bands würden direkt neben dem Bett weiterspielen. Spät in der Nacht verstummt die Salsaband, was den Mariachimusikern nochmals eine Gelegenheit gibt. Dann ist irgendwann Ruhe, zumindest bis frühmorgens die Bänke und der Platz von der Stadtreinigung gekärchert werden.
Blick aus dem Hotel in Veracruz
Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.
Der digitalprintexpert ist auf Reisen – zur Zeit in Mittelamerika. Deshalb findet sich hier eine lose Folge von Artikeln oder Bemerkungen zu Erlebnissen und Eindrücken von unterwegs. Heute geht es über Hotels.
Erwartet einen Hotelgast ein langer Gang mit einer Reihe solider Türen und vergitterten Fenstern, hat man ein typisches Hotel in Lateinamerika betreten. Im besten Fall umgibt der Gang einem Innenhof – im schlechteren verschwindet er in den dunklen Tiefen des Gebäudes. Auch die Zimmer selbst versprühen oft den Charme einer Ausnüchterungszelle: kahl, der Boden gefliest und durch das vergitterte Fenster fällt spärliches Licht. Das Bett ist mit mehr oder weniger bunter Polyesterbettwäsche bezogen, und aus Richtung Badezimmer weht ein leichter Muffgeruch herüber. Die nackte Neonlampe an der Decke sorgt für die passende Stimmungsbeleuchtung
Nicht selten werden so viele Betten in einen Raum gequetscht, wie nur irgendwie hineinpassen. Von Ablageflächen oder gutem Zugang zu allen Betten kann keine Rede sein. Doch die Familien reisen hier mit Kind und Kegel, Oma und Onkel, Nichten und Nachbarn – da wird jeder Schlafplatz gebraucht. Der Rest findet Platz in einer aufgespannten Hängematte.
Zum Glück gibt es auch andere Unterkünfte: schöne, geschmackvoll eingerichtete Zimmer. Der zunehmende westliche Tourismus, AirBnB und Ikea haben eben auch ihre positiven Seiten. Manchmal allerdings hat man aber kein Glück.
Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.