Warum Leise, wenn es auch Laut geht

Stille ist in Lateinamerika kein Wert an sich. Es gibt sie – natürlich. Man begegnet ihr hin und wieder. Aber es scheint kein besonderes Bedürfnis zu geben, sie festzuhalten, zu pflegen oder gar wiederherzustellen, wenn sie einmal verschwunden ist.

Im Spanischen gibt es nicht einmal ein Wort für „laut“ – am nächsten kommt „ruidoso“, was jedoch eher „lärmig“ bedeutet. Für ein neutrales „laut“ existiert kein eigener Begriff. Auch für „leiser“ gibt es kein einzelnes Wort – man muss es umschreiben. Kurz gesagt: Auf allen Ebenen fehlt ein Gespür dafür, wann etwas „laut“ oder „zu laut“ ist. Das kann Musik betreffen, ein Telefonat, ein Handyspiel, Motoren, Bauarbeiten, Lüftungen, Gespräche – alles, was sich in der Nachbarschaft, im Bus oder auf der Straße abspielt.

Besonders zuverlässig wird die Musik genau dann aufgedreht, wenn wir als erste Gäste ein Restaurant betreten. Schließlich möchte man den Touristen etwas bieten. Und eine leise Gaststätte? Das wäre ja beinahe unhöflich.

In der Natur fällt es noch mehr auf: Wind, Vogelgezwitscher – und dann das Dröhnen der Motorbremse von LKWs auf einer entfernten Hauptstraße, das dennoch deutlich zu hören ist. Ich bin mir sicher, hier gibt es spezielle Verstärker für das Dröhnen von Motorbremsen. Auch auf einsamen Dschungelpfaden wird es gerne laut: Dann wird das Radio aufgedreht oder die Wandergruppe unterhält sich lautstark. Das stellt zumindest sicher, dass die Tierwelt rechtzeitig gewarnt wird und im Unterholz bleibt.

Und dann sind da noch die motorisierten Rasentrimmer. Vom Rasenschneiden mit der Machete sind die Gärtner hier direkt zur Motorsense übergegangen. Den leisen, effizienten Rasenmäher hat man dabei offenbar übersprungen. Warum einen evolutionären Zwischenschritt einlegen, wenn es auch sofort richtig laut geht?

Allerdings ist es nicht so, dass die Bewohner Bitten, den Lärm zu reduzieren, bewusst ignorieren oder ärgerlich reagieren, wenn man sie darum bittet, leiser zu sein. Das wäre wohl eher in Deutschland der Fall. Hier erntet man stattdessen einen ungläubigen Blick, der irgendwo zwischen „Mache ich denn wirklich Lärm?“ und „Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Geräusch jemanden stören könnte“ schwankt. Dann wird der Lärmpegel auch prompt reduziert – zumindest ein bisschen.

Reisen bildet, macht Spaß und hat vor allem viele humorvolle Seiten. Der digitalprintexpert ist auf Reisen und schreibt in lockerer Folge über Erlebnisse, Gesehenes und Gehörtes. Ein komplettes Verzeichnis aller bisher veröffentlichten Berichte findet sich hier.

Beobachtungen und Bemerkungen – Teil 2

Manchmal sieht oder bemerkt man Kleinigkeiten, die einfach interessant, bemerkenswert oder lustig sind – und deshalb wert sind aufgeschrieben zu werden. Hier ist aus der kleinen Sammlung der 2. Teil:

 

Die nationale Fluglinie von Belize heißt Tropic Air. Meine Schwester meint, es hört sich an wie eine schlechte Vorabendserie. Stimmt! Aber schon toll in einer kleinen Cessna über die Inseln zu gleiten und sich dabei mit dem Piloten zu unterhalten. Fast ein Privatflug zum Linientarif. Und alle Wham!-Fans können jetzt mitsingen: „Air Tropicana drinks are free …“

Bilder aus dem Garten

Auf der Veranda sitzen und Tiere im Garten betrachten ist wunderbar. Besonders toll ist es, wenn sich der Garten in Costa Rica und dazu mitten im Dschungel befindet – wie auf einem unserer Haussittings. Hier ist eine Auswahl der besten Bilder der gesehen Tiere. Nicht alle waren allerdings so kooperativ und wollten sich fotografieren lassen, aber es ist auch so eine ganze Menge zusammengekommen.

Ab jetzt nur noch Biobananen

Die Reise durch Zentralamerika erinnert uns an eine Geschichte von unserer letzten Reise nach Panama, die uns immer noch gut im Gedächtnis ist.

Eigentlich hatte uns eher der Zufall nach Changuinola in Panama geführt. Nach dem Inselleben in Bocas Del Toro wollten wir ein paar Tage den Dschungel erkunden und der Reiseführer erwähnte einige Indigenenstämme in der Nähe, bei denen man Touren buchen kann.

Changuinola ist eine „Chiquita-Stadt“: Lastwagen, Container, Busse, Läden, sogar Kneipen tragen das Chiquita Logo. Die Stadt ist von Bananenfeldern umgeben. Sie ist auch die Provinzhauptstadt und Sitz der Umweltbehörde.

Dort sollten wir uns, laut Reiseführer, nach Kontakten in Indigenendörfern erkundigen. Wir trugen unser Anliegen vor wurden zunächst gebeten zu warten. Das zog sich eine ganze Weile hin, und langsam begann das Büro zu schließen. Schließlich kam dann doch noch ein freundlicher Herr und in einem Mix aus Englisch und Spanisch konnten wir uns auch gut verständigen. Ohne lange Erklärungen von uns abzuwarten hat er uns in seinen Dienstjeep verfrachtet (große Aufschrift: Nur für den Dienstgebrauch).

Das mexikanische Essens-ABC – N bis Z

Essen ist auf Reisen nicht nur eine Notwendigkeit, es ist (oft) auch Vergnügen und eine Art das Land kennenzulernen. Hier ist der zweite Teil des humorvollen Essens-ABC aus Mexico. (Teil eins findet sich hier)

N – Nachos: Gibt es in Mexiko nicht, hier heißen sie Totopos. Sie sind auch eine relativ neue Erfindung, aber jetzt als Vorspeise nicht mehr wegzudenken. Totopos sind auch überraschend ökonomisch, da man sie aus alten Tortillas herstellt, die in heißem Fett aufgebacken werden. Und wenn die Totopos am nächsten Morgen zäh geworden sind, kann man sie nochmals aufbacken und als Chilaquiles zum Frühstück servieren: mit viel Soße und Mayonnaise übergossen. Ein überaus beliebtes Frühstück in Mexiko.